Hauptvorträge

"Nachhaltige Entwicklung: Welche Rolle spielt die (Sport-)Wissenschaft?"

Prof. Dr. Heike Mayer, Universität Bern

Prof. Dr. Heike Mayer ist Vizerektorin für Qualität und nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern und Professorin für Wirtschaftsgeographie am Institut für Geographie der Universität Bern.

Abstract

Die Gesellschaft steht vor zahlreichen grossen Herausforderungen, darunter Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt, und es besteht dringender Bedarf an einem gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigeren Praktiken. Bislang bestand die Rolle der Wissenschaft darin, Daten und Fakten nach wissenschaftlichen Grundsätzen bereitzustellen. Einige Beobachter fordern jedoch eine stärker engagierte Wissenschaft, beispielsweise durch transdisziplinäre Ansätze. Der Vortrag veranschaulicht, wie Universitäten transdisziplinäre Forschungsansätze unterstützen und stärken können, und beleuchtet dabei die mit diesem Ansatz verbundenen Fallstricke und Hürden.

Vortragssprache: Englisch

 

"Sport in der Postwachstumsära: Der Fall Fussball"

Prof. Dr. Max Koch, Universität Lund

Prof. Dr. Max Koch ist Professor für Sozialpolitik und Nachhaltigkeit an der Fakultät für Sozialarbeit der Universität Lund.

Abstract

Die Globalisierung und Kommerzialisierung des Sports generieren beispiellose Gewinne und Wirtschaftswachstum, wirken sich jedoch negativ auf die Umwelt aus. Allein die jährlichen CO2-Emissionen des weltweiten Fussballs und seiner nationalen und internationalen Wettbewerbe haben sich auf ein Niveau summiert, das dem kleinerer Staaten wie der Schweiz entspricht. Angesichts des anhaltenden Mangels an empirischen Belegen für eine ausreichende absolute Entkopplung des Bruttoinlandsproduktwachstums vom Verbrauch ökologischer Ressourcen, um innerhalb der planetarischen Grenzen zu bleiben und die Pariser Klimaziele zu erreichen, stellt die Keynote generell die Frage, wie sich der Sportbereich verändern müsste, um sich wieder in die planetarischen Grenzen einzufügen, und wie er in einer Postwachstumsära aussehen könnte. Am Beispiel des Fussballs vergleicht sie die Governance und Praxis des Sports in der heutigen kapitalistischen Wirtschaft mit dem Ziel, monetäres Wachstum zu erzielen, mit einer imaginären Postwachstumswirtschaft, die auf biophysikalische Parameter wie deutlich reduzierte Material- und Energiedurchsätze und die Bereitstellung nachhaltiger Wohlfahrt ausgerichtet ist. Die Argumentation wird anhand historischer Beispiele aus der Fussballpraxis illustriert, die zeigen, dass ein nachhaltiger Sport möglich ist. In der Diskussion und Schlussfolgerung werden Fragen zur notwendigen Bottom-up-Mobilisierung aufgeworfen, um dies zu erreichen.

Vortragssprache: Englisch